Karnevalsnamen


Begriffe und Namen in der 5. Jahreszeit

Die Zeit des Karnevals, Faschings oder Fastnachts bezeichnet man als Session oder Kampagne, die jedes Jahr ihr eigenes Motto inne haben kann.

Man unterscheidet diese Zeit für gewöhnlich in vier Höhepunkte bzw. Teile:

  • Am 11.11. Beginn der Karnevalszeit und offizielle Vorstellungen des neuen Dreigestirns, Prinzenpaares oder Hauptfiguren
  • Januar: Prinzenproklamation und Sitzungskarneval (TV-Sitzungen, etc.)
  • Donnerstag vor Aschermittwoch: Straßenkarneval
  • Am Aschermittwoch wird mit einer letzten Zeremonie der Karneval beendet

    Der Begriff "Karneval"

    Der Begriff Karneval stammt vermutlich vom Lateinischen carne levare (Fleisch wegnehmen) ab, der eine Bezeichnung für die Fastenzeit war. Die Übersetzung carne vale als Fleisch, lebe wohl! ist scherzhaft ebenfalls möglich.

    Der Begriff "Fastnacht"

    Der Begriff Fastnacht stammt vermutlich von althochdeutsch fasta (Fastenzeit) und naht (Nacht, Vorabend) ab und bezeichnete ursprünglich nur den Tag vor dem Beginn der Fastenzeit.

    Regionale Aussprachevarianten von Fasching:

    • Fas(s)enacht: in Hessen und Rheinhessen
    • Fasenacht: in Franken
    • Fasnacht: in der Schweiz und in Teilen Badens
    • Fasnet: in Baden, Württemberg und Bayerisch-Schwaben
    • Fuesend: in Luxemburg
    • Fastelov(v)end oder Fasteleer: im Großraum Köln (nur in Kölscher Mundart)

    Der Name "Fasching"

    Der Begriff Fasching stammt vermutlich von der Bezeichnung Vaschang für den Fastenschank ab. Dieser war der letzte Ausschank alkoholischer Getränke vor der strengen Fastenzeit.

    Fünfte Jahreszeit

    Vielfach wird Karneval oder Fasching auch als Fünfte Jahreszeit bezeichnet. Dieser Begriff kann je nach Region jedoch auch andere Zeiträume bezeichnen, die den Lebensrhythmus zeitweise aus dem Gleichgewicht bringen. Dazu zählen beispielsweise in einigen Gegenden Deutschlands die Weihnachtszeit und zahlreiche Wein- und Bierfeste.

    Namen für den Donnerstag vor Aschermittwoch

    Der Donnerstag vor Aschermittwoch markiert im Rheinland den Übergang vom Sitzungskarneval zum Straßenkarneval. Es ist Brauch, dass Frauen den Männern an diesem Tag die Krawatte abschneiden. Daher wird dieser Tag meist Weiberfastnacht genannt, hat jedoch regional weitere Bezeichnungen.

    Weitere Namen für Weiberfastnacht (Rheinland)

    • Altweiber
    • Altweiberfasching
    • Altweiberfastnacht
    • Wieverfastelovend: in Köln
    • Fettdonnerstag: in Aachen
    • Schwerdonnerstag: in Koblenz
    • Weiberfaasnet: auf Schwäbisch

    Der Donnerstag vor Aschermittwoch ist in der alemannischen Fastnacht ist als Schmotziger Donnerstag bekannt. An diesem Tag beginnt die eigentliche Fastnachtszeit.

      Weitere Namen für den Schmotzigen Donnerstag (Alemannisch)

      • Schmotziga
      • Schmotziger Dunschtich
      • Schmotziga Dorschdich
      • Schmotziga Dauschteg
      • Gombiger Doschdig
      • Gumpiger Dunschtig
      • Glombiger Doschdig
      • Glumpader Duuschde
      • Dicker Donnerstag
      • Unsinniger Donnerstag
      • Lumpiger Donnerstag
      • Faisse Dunnschdig

      Namen für den Freitag vor Aschermittwoch

      Der Karnevalsfreitag ist ein ruhigerer Tag in der Karnevalszeit. Im Rheinland hat er keinen gesonderten Namen, in der alemannischen Fastnacht jedoch wird er als Rußiger Freitag bezeichnet. Der Name stammt von der Tradition, Leuten Ruß ins Gesicht zu schmieren.

      Weitere Namen für den Rußigen Freitag

      • Bromiger Freitag
      • Karnevalsfreitag
      • Faschingsfreitag
      • Fastnachtsfreitag

      Namen für den Samstag vor Aschermittwoch

      Der Karnevalssamstag ist ebenfalls ein ruhiger Tag in der Karnevalszeit. In der alemannischen Fastnacht wird er als Schmalziger Samstag bezeichnet. Im Rheinland wird er in Anlehnung an die folgenden Tage manchmal Nelkensamstag genannt.

      Weitere Namen für den Karnevalssamstag

      • Faschingssamstag
      • Karnevalssamstag
      • Fastnachtssamstag

      Namen für den Sonntag vor Aschermittwoch

      Am Karnevalssonntag findet der Karneval in den Straßen statt: Es gibt vielerorts Karnevalsumzüge. In vielen Regionen gibt es Funkenfeuer, bei denen Hexen aus Stroh verbrannt werden.

      Namen für den Karnevalssonntag

      • Tulpensonntag
      • Feister Sonntag
      • Funkensonntag
      • Kappessonntag: in Neuss
      • Orchideensonntag: in Düren
      • Herrenfastnacht (veraltet)
      • Pfaffenfastnacht (veraltet)
      • Priesterfastnacht (veraltet)

      Namen für den Montag vor Aschermittwoch

      Der Montag vor Aschermittwoch ist im Rheinland der Höhepunkt der Karnevalszeit. Er wird fast überall im deutschsprachigen Raum Rosenmontag genannt. Zur Entstehung des Namens gibt es zwei verschiedene Theorien: Er ist entweder mit dem vier Wochen später liegenden Rosensonntag verwandt - oder der Name leitet sich vom Begriff "rasender Montag" ab, was so viel wie "tollen" bedeutet.

      Weitere Namen für den Rosenmontag

      • Feister Montag
      • Karnevalsmontag
      • Faschingsmontag
      • Fastnachtsmontag
      • Blauer Montag (veraltet)
      • Geiler Montag (veraltet)

      Namen für den Dienstag vor Aschermittwoch

      Der Dienstag vor Aschermittwoch ist der letzte Karnevalstag, an dem ein letztes Mal vor der traditionellen Fastenzeit noch einmal richtig gefeiert und geschlemmt wird. Später wird der Fasching zu Grabe getragen bzw. symbolisch eine Strohpuppe verbrannt.

      Weitere Namen für den Karnevalsdienstag

      • Veilchendienstag
      • Fetter Dienstag
      • Kehraustag
      • Fastnachtsdienstag
      • Faschingsdienstag
      • Fasnets-Zeisdig
      • Mardi Gras
      • Narrenfastnacht (veraltet)
      • Laienfastnacht (veraltet)
      • rechte Fastnacht (veraltet)

      Aschermittwoch

      Der Aschermittwoch zählt nicht mehr zu den Karnevalstagen. Der Name leitet sich von dem Brauch ab, im Gottesdienst an diesem Tag mit Asche gesegnet zu werden. Die jecke Zeit ist vorbei, und im römisch-katholischen Christentum beginnt nun die 40-tägige Fastenzeit, die bis zum Osterfest andauert. Übrigens: Der Name Ostern leitet sich von der altgermanischen Bezeichnung für Osten bzw. den Sonnenaufgang ab.